Das Tagungs "D-E-U-T-S-C-H-L-A-N-D-R-A-D-I-O"
D – Deutschlandfunk
- D – Deutschlandfunk

Am 1. Januar 1962, 16.00 Uhr, erklangen die ersten Nachrichten, daraufhin hielt Gründungsintendant Hermann Franz Gerhard Starke eine kurze Ansprache. Der Deutschlandfunk war auf Sendung.
Laut Bundesgesetz vom 29. November 1960 war der Auftrag des Deutschlandfunks, in einem deutschsprachigen und einem mehrsprachigen Europa-Programm, ein „umfassendes Bild Deutschlands“ zu vermitteln.
Heute steht der Deutschlandfunk für aktuelle, relevante Informationen, beleuchtet Hintergründe und Themen jenseits der großen Schlagzeilen. Anspruchsvolle Unterhaltung ist genauso Teil des Programms wie Wissenswertes und Streitbares zur Meinungsbildung.
Tagsüber liegt der Schwerpunkt auf aktuellen Informationen, am Abend gibt es detaillierte Hintergrundberichte, Feature und Dokumentationen, künstlerisch anspruchsvolle Unterhaltung und ausgesuchte Konzerte. Seriosität und analytische Schärfe prägen die Berichterstattung des unabhängigen, bundesweiten Informationsprogramms Nummer 1 mit Sitz in Köln. Im Radio, in der Deutschlandfunk App und mit zahlreichen Podcasts ist der Deutschlandfunk Agendasetter im deutschsprachigen Qualitäts-Journalismus.
- E – Ernst Elitz
Der Gründungsintendant Dieter Stolte hat neben seiner Tätigkeit als ZDF-Chef die Entstehung des nationalen Hörfunks bis zur Intendanten-Wahl im März 1994 begleitet. Erster Intendant wird Ernst Elitz, der nach der Gründung von Deutschlandradio zum Jahresanfang 1994 im März die Geschäfte übernimmt und die Körperschaft weiter aufbaut.
1995 kommentierte der erste Intendant Ernst Elitz in einem Beitrag für das Institut für Rundfunkökonomie an der Universität zu Köln den Fusionsprozess: „Zwei unterschiedliche, ja sogar in Ost und West gegeneinander sozialisierte Personengruppen stießen aufeinander und mussten sich unter psychischen Schmerzen arrangieren.“ Während man in Berlin zunächst konfliktreich in die „neue“ Zeit startete, veränderte sich in Köln wenig.
Elitz blieb 3 Amtsperioden, bis 2009, Intendant von Deutschlandradio.
- U – Umbau
„Es ist nichts beständig als die Unbeständigkeit” soll Immanuel Kant gesagt haben. Und so unstet wie das tägliche Nachrichtentreiben, über das das Haus regelmäßig berichtet, so unbeständig sind auch die baulichen Bedingungen vor Ort. Zwar tut sich auch einiges am Berliner Funkhaus, aber aus gegebenem Anlass wollen wir vor allem auf die Kölner Gegebenheiten blicken.
Die Baumaßnahmen reichen von den regelmäßigen Erneuerungen der Streben auf dem Dach des Funkhauses über Sanierungen der Stützen in der Tiefgarage bis hin zu den Erneuerungen rund um die Kantine. In den letzten Jahren tat sich viel im seit Januar 2024 unter Denkmalschutz stehenden Turm im Kölner Süden.
Aber auch bei unseren Nachbarn hat sich einiges verändert. Wurde unser Funkhaus lange Jahre vom Gebäude der Deutschen Welle flankiert, klaffte seit 2020 ein großes Loch nebenan. Der gesamte Rückbau Prozess wurde von Beginn an kritisch begleitet, da Auswirkungen auf das Sendegeschehen befürchtet wurden.
Zum Zeitpunkt der Tagung ist von den vielen Veränderungen nicht mehr so viel zu sehen. Die neuen Wohnkomplexe stehen bereits mit einer gewissen Selbstverständlichkeit und bringen nochmal einen neuen Impuls für das gesamte Veedel.
- T – Teilung
Die Vorgängerinstitutionen RIAS (Rundfunk im amerikanischen Sektor) und Deutschlandfunk richteten sich an die Bürger:innen der DDR
Mit Ausbruch des Kalten Kriegs wurde der RIAS zur „Freien Stimme der freien Welt“. Sendungen wie „Berlin spricht zur Zone“ wendeten sich ab 1949 speziell an die Hörer:innen im Osten Deutschlands. Die DDR-Regierung reagierte darauf mit propagandistischen Hetzkampagnen gegen den RIAS und Maßnahmen gegen die Hörer:innen mit dem Einsetzen von Störsendern, die den Empfang des RIAS beeinträchtigten.
Für ganz Berlin und die DDR wurde der RIAS zu einer der wichtigsten Informationsquellen. Bekannt war der Sender auch für seine reinen Wortveranstaltungen wie Lesungen und Diskussionen. So ergänzten öffentliche Debatten mit politischem Hintergrund das Radioprogramm, die über Politik informierten und die freie Meinungsbildung unterstützten.
Als der Deutschlandfunk 1962 ins Leben gerufen wurde, lag der Bau der Mauer gerade sechs Monate zurück. Der neue Sender sollte in einem deutschsprachigen und in einem mehrsprachigen Europa-Programm ein „umfassendes Bild Deutschlands“ vermitteln – „mit entpolemisierter und entgifteter Wahrheit“, so Gründungsintendant Hermann Franz Gerhard Starke.
In den ersten zehn Jahren richtete sich der Deutschlandfunk vornehmlich an die Bürger:innen in der DDR, mit einem zunächst nur über Mittel- und Langwelle ausgestrahltem 24-Stunden-Vollprogramm. Von Anfang an definierte sich der Sender über die Information: Ausführliche Nachrichten bildeten den prägenden Kern des Programms. 1964 übertrug der Deutschlandfunk als erste deutsche Rundfunkanstalt die Nachrichten im Stundentakt.
- S – Streaming, Podcasts und Apps
History Talks PodcastfestivalImmer mehr Menschen hören Podcasts, aktuelle Erhebungen gehen in Deutschland von mehr als 40 Prozent aus. Allein auf der Streamingplattform Spotify wurden Deutschlandradio-Angebote – Sendungspodcasts oder eigens als Podcast produzierte Formate – jeden Monat zuletzt 3,2 Millionen Mal aufgerufen. Tendenz stark steigend. Daher ist es das erklärte Ziel des Hauses seine Programme auch außerhalb der linearen Ausstrahlung den Menschen zugänglich zu machen. Es soll künftig keine Frage mehr sein, wann man Deutschlandradio Inhalte hört, sondern welche Programme man aus dem reichhaltigen Angebot anhören möchte.
Zu den beliebtesten Formaten in Deutschland gehören „Eine Stunde History“ von Deutschlandfunk Nova, „Der Tag“ vom Deutschlandfunk und das „Krimi Hörspiel“ von Deutschlandfunk Kultur. Für eine individuelle Auswahl kann man im Dlf Podcastfinder Podcast zu allen Lebenslagen finden.
Mit der Deutschlandfunk App können die drei Programme von Deutschlandradio live hören, Inhalte nachhören und die meisten Sendungen herunterladen. Die Dlf Nachrichten-App bietet aktuelle Kurznachrichten. Die Apps sind für Android und iOS verfügbar.
- C – Chöre und Rundfunkorchester
Zwar ist das gesprochene Wort sicherlich das Steckenpferd unseres Senders, aber auch die Pflege der Musikkultur liegt uns am Herzen. Als Hauptgesellschafter der Rundfunkorchester und -Chöre GmbH Berlin (roc berlin) setzt sich das Deutschlandradio für den Erhalt des hohen künstlerischen Niveaus von vier Klangkörpern ein. Die roc berlin besteht in ihrer heutigen Zusammensetzung seit 1994 und wird vom Deutschlandradio, der Bundesrepublik Deutschland, dem Land Berlin und dem Rundfunk Berlin-Brandenburg getragen. Die roc berlin umfasst die vier Ensembles:
- Deutsches Symphonie-Orchester Berlin
- Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin
- Rundfunkchor Berlin
- RIAS Kammerchor
Insgesamt veranstaltet die roc berlin jährlich über 200 Konzerte, die häufig in den Programmen von Deutschlandfunk und Deutschlandfunk Kultur übertragen werden.
- H – Hans-Rosenthal-Platz 1
Sommerfestival zu Ehren von Hans RosenthalSeit 1948 wird das geschwungene Gebäude am Hans-Rosenthal-Platz 1 als Funkhaus genutzt. In diesem Jahr ist der Rundfunk im amerikanischen Sektor (RIAS) dort eingezogen und berichtete bis 1993 „aus der Zone für die Zone”. Seit 1994 sendet das Deutschlandradio vor allem sein Programm „Deutschlandfunk Kultur” aus diesem Haus.
Das Ende der 1930er Jahre errichtete Firmengebäude in Schöneberg steht heute nicht nur wegen seiner Geschichte, sondern auch auf Grund seiner Architektur unter Denkmalschutz. Errichtet nach den Plänen von Walter Borchard sind vor allem die Kurvatur des Gebäudes und das Treppenhaus am Scheitelpunkt dieser Rundung die architektonischen Hingucker des Gebäudes.
Benannt ist der Platz nach dem bekanntesten Moderator des RIAS, Hans Rosenthal. Er prägte den Sender von Beginn an maßgeblich und schuf mit dem klingenden Sonntagsrätsel die bis heute am längsten laufende Radiosendung Deutschlands. Seit dem 01.04.1993 – dem Geburtstag von Hans Rosenthal – trägt der Platz vor dem Funkhaus seinen Namen.
- L – Länderkorrespondent:innen

Das Deutschlandradio unterhält als Radio der Länder auch Korrespondentenbüros in allen 16 Landeshauptstädten sowie ein Büro am Wirtschaftsstandort Frankfurt. Zwar liegt der Fokus unserer Inhalte häufig auf dem Überregionalen und den Internationalen Schauplätzen, aber auch den Blick ins Inland wollen wir nicht verlieren. Für eine möglichst unabhängige Berichterstattung soll sich neben den Inhalten der ARD-Hörfunkwellen auch auf das eigene Netzwerk gestützt werden.
Somit stehen unsere Inlandskorrespondent:innen für den föderalen Sendeauftrag der drei Deutschlandradio-Programme und den Anspruch ein möglichst umfangreiches Bild des Landes wiederzugeben.
- A – Auslandskorrespondent:innen
28 Standorte weltweit – 28 Mal neugierige Korrespondent:innen und ein Vielfaches an spannenden Geschichten, Menschen und politischen Zusammenhängen in ihren Berichtsgebieten, mit denen sie unsere Programme täglich bereichern. Mit Beginn des Jahres haben ARD und Deutschlandradio ihre Auslandsstandorte organisatorisch auf neue Füße gestellt: So ist Deutschlandradio an jedem der 28 ARD-Studios als Kooperationspartner beteiligt.
Mehr noch: An sechs gemeinsamen ARD-Standorten ist Deutschlandradio mit eigenen Leuten vertreten. In Kairo Moritz Behrendt, in Kyjiw Florian Kellermann, in Prag Marianne Allweiss, in Stockholm Jana Sinram, in Tel Aviv Jan-Christoph Kitzler und in Wien Silke Hahne, die ab August vorübergehend von David Freches vertreten wird.
Der zweite Blick, der Hintergrund, die tiefergehende Analyse, die lange Reportage: „Typisch Deutschlandfunk“. Dafür betreibt Deutschlandradio an ausgewählten Standorten eigene Studios – exklusiv für unsere Programme und ergänzend zur Berichterstattung der gemeinsamen ARD-Plätze: Brüssel, London, Paris, Warschau und Washington. Moskau ist derzeit nicht besetzt.
- N – Nationaler Rundfunk
Imagefotos_Funkhaus Berlin_Studio 9Am 1. Januar 1994 werden der Deutschlandfunk (Köln), der RIAS (West-Berlin) sowie Teile von Stimme der DDR und Radio DDR 2 (Ost-Berlin), die sich in der Wendezeit als Deutschlandsender Kultur (DS Kultur) formiert hatten, unter dem Dach einer öffentlich-rechtlichen Körperschaft namens Deutschlandradio zusammengeführt. Als einziger Radio-Veranstalter erhält Deutschlandradio den Auftrag zur bundesweiten Ausstrahlung. Mitglieder der Körperschaft sind die in der ARD zusammengeschlossenen Landesrundfunkanstalten und das ZDF.
- D – Deutschlandfunk Kultur
Buchmesse FrankfurtNeugierig, lebendig und überraschend: Deutschlandfunk Kultur ordnet Realitäten, erzählt von Visionen und schafft Kultur. Der Begleiter durch den Tag, informiert über das, was ist und das, was sein könnte.
Das bundesweite Kulturprogramm beleuchtet Kultur dies- und jenseits traditioneller Sparten und Genres.
Neue Perspektiven sind gewünscht – auch auf Politik, Gesellschaft und Zeitgeist. Als Kulturproduzent und -förderer ist Deutschlandfunk Kultur immer wieder mittendrin, wenn Kultur entsteht oder diskutiert wird. Ob ausgezeichnete Hörspiele, Opern- oder Konzertaufnahmen, Lesungen oder Streitgespräche: Deutschlandfunk Kultur bringt erstklassige Unterhaltung von den Bühnen des Landes ins Radio.
- R – Raderberggürtel 40
Im seit Januar 2024 denkmalgeschützten Funkhaus Köln entstehen aktuelle Sendungen und Hintergrund-Formate, Podcasts und Nachrichten rund um die Uhr. Köln ist hauptsächlich der Sendestandort für die zwei bundesweiten Hörfunkprogramme Deutschlandfunk und Deutschlandfunk Nova.
Der nach Plänen des Architekten Gerhard Weber errichtete und 1980 eingeweihte Gebäudekomplex im Kölner Süden prägt die Stadtsilhouette. Der besondere, architektonische Kniff ist die Aufhängung der Stockwerke des Turms am zentralen Versorgungsschacht. Dies ermöglichte einen Bau von oben nach unten. In seiner Erbauungszeit gehörte das Hochhaus zu den höchsten Gebäuden der Bundesrepublik. Im dazugehörigen Kammermusiksaal mit seiner ausgezeichneten Akustik finden regelmäßig öffentliche Konzerte statt, auch zahlreiche Musikproduktionen werden heute hier aufgezeichnet und gesendet. Dieses Jahr findet die vfm-Frühjahrstagung in diesem Saal statt. Das Gebäudeensemble steht vor allem aufgrund seiner städtebaulichen und architekturgeschichtlichen Bedeutung unter Denkmalschutz. Als Deutschlandradio-Funkhaus ist es zugleich ein lebendiges Zeugnis der Nachrichten- und Mediengeschichte der letzten Jahrzehnte.
- A – Archiv
Tag der offenen TürDas Archiv von Deutschlandradio ist Teil der Programmdirektion. Wir empfinden uns auch dadurch nah am Programm und unterstützen seine Entstehung tagtäglich. Seit 2004 arbeiten wir Standortübergreifend. Nicht selbstverständlich für einen Sender, der sich aus zwei Anstalten in zwei Städten zusammengesetzt hat.
Wir archivieren die Inhalte der drei Programme, sowie die Videos unserer Social Media Auftritte, die Bilder der Unternehmensfotografinnen und seit neustem auch die Geschichte dieses bewegten Hauses.
Die Programme unterstützen wir mit Recherchen und Faktenchecks. Zeitgleich sind wir auch für die Wissenschaft und die breite Öffentlichkeit ansprechbar und zugänglich. Zugänglichkeit stellen wir seit 2022 zusätzlich durch das Angebot „ARD Retro“ her. Denn das Archiv ist für alle da.
- D – Deutschlandfunk Nova
Auf der Bühne MIA.Deutschlandfunk Nova ist das jüngste Programm der Deutschlandradio-Familie. Seit 2010 bietet es ein unterhaltendes Informationsprogramm mit anspruchsvoller Popmusik fernab von Mainstreamberieselung.
Deutschlandfunk Nova steht für unabhängigen Journalismus, Ansprache auf Augenhöhe, relevante Inhalte und Hintergründe. Das heißt: Deutschlandfunk Nova kombiniert Information, Wissen und Geschichten mit interessanten Menschen, die wirklich was zu erzählen haben. Hier gibt es Spannendes, Informatives und Emotionales zu hören. Von Liebe bis Wissenschaft, von Alltagsthemen bis Zukunftsfragen. Dazu gibt’s Musik. Das Bekannteste vom Unbekannten.
Über Social Media-Plattformen haben die Hörer:innen die Möglichkeit, sich ins Geschehen einzubringen, Themen zu diskutieren und Feedback zu geben.
- I – Informationen (am Morgen)
Informationen und Wissen sind die Kernbestandteile der drei Programme von Deutschlandradio. Mit bis zu 80% Wortanteil steht das gesprochene Wort im Zentrum unserer Inhalte.
Die wichtigste Sendung des Tages sind die Informationen am Morgen von 5:05 Uhr bis 8:50 Uhr. Sie stimmt auf die wichtigen Debatten und Themen des Tages ein. Der Fokus liegt auf der tagesaktuellen Politik, der Blick geht regelmäßig aber auch in Richtung Sport und Kultur. Zentral sind die drei über die Sendung verteilten Interviews. Gesprächspartner:innen sind wichtige Personen aus Gesellschaft und Politik, die ihre Chance nutzen mit einem Auftritt die weiteren Diskussionen zu ihren Themen entscheidend zu beeinflussen.
- O – O-Ton
Als Hörfunkarchiv ist der O-Ton unser begehrtestes Sammlungsobjekt – und alles, was damit zusammenhängt. Er wird einzeln als Statement, in Beiträgen oder gleich im Kontext einer Sendung archiviert.
Zusammenstellung Christine Müller und Julius Emmel









