Medien, Mining, Metadaten - Visionen für die Mediendokumentation - 08.04.2029 - 10.04.2019 () -

Holt die Metadaten aus den Archivsystemen! – Werkstattbericht aus dem Deutschlandradio

Holt die Metadaten aus den Archivsystemen! – Werkstattbericht aus dem Deutschlandradio

Metadaten waren im Deutschlandradio klassischerweise das Geschäft der Archivare; sie kannten und kennen die Vorzüge von strukturierten Daten, Taxonomien und genormten Vokabularen. In den letzten Jahren haben Metadaten im Rundfunk aber massiv an Bedeutung gewonnen – und zwar über die Grenzen der Archive hinaus. Multimedia- und IT-Abteilungen lernen die Vorzüge der Metadaten kennen und reklamieren diese für sich. Denn nichtlineare Verbreitungswege wie Audiotheken sind ohne strukturierte und umfassende Metadaten nur schlecht realisierbar. Auch Weiterentwicklungen der Audiotheken wie beispielsweise durch den Einsatz von Recommender-Systemen sind ohne Metadaten nicht machbar. Also stellte sich die Frage, wie sowohl die Instrumente der Archivare als auch deren Know-how für die Verschlagwortung der Audio-Inhalte genutzt werden könnten, um größtmöglichen Nutzen für die Distribution zu erzielen, ohne die Bedürfnisse der Archive zu vernachlässigen. Im Deutschlandradio arbeiten darum Archiv und neue Stakeholder zusammen, um die Metadaten aus den Archivsystemen zu »befreien«. Wir geben einen Werkstattbericht zur Vorverlagerung der Metadatenanreicherung im Produktionsprozess, beschreiben die Nutzung der ARD-Normdatenbank und die Arbeit der Dokumentarinnen und Dokumentare im Zusammenspiel mit den anderen Beteiligten im Produktions- und Distributionsprozess. In einem Ausblick wird außerdem gezeigt, wie der Prozess künftig durch Nutzung von KI-Entwicklungen (Miningprozesse) weiter optimiert werden soll. Abschließend blicken wir auf die spannende wie entscheidende Frage, wie die Zusammenarbeit über die Grenzen von Abteilungen und Berufsfeldern gelingen kann.