Zeit für eine Debatte – das Urheberrecht im archivischen Alltag
Zeit für eine Debatte – das Urheberrecht im archivischen Alltag
In den deutschen Archiven liegen Millionen von Fotografien. Heimatforscher, Historiker und andere Wissenschaftler, aber auch Schüler und Studenten interessieren sich immer stärker für diese Archivaliengattung. Das Interesse an historischen Bildbänden ist ungebrochen. Bilder machen Geschichte und erzählen sie zugleich. Viele dieser Fotos sind zu einem Zeitpunkt entstanden, in denen das Urheberrecht weder die Regelungsdichte noch die extremen Fristen von heute kannte. Auch die Urheber selbst haben die für die Beachtung der Urheber- und Verwertungsrechte erforderlichen Angaben nicht hinterlassen. Diese Überlieferungsrealität führt bei der Anwendung des geltenden Rechts dazu, dass massenhaft Fotografien, die mit hohem Ressourcenaufwand in öffentlichen Archiven vorgehalten werden und Ergebnis jahrzehntelanger archivischer Arbeit sind, für die Öffentlichkeit nicht nutzbar sind.
Weiten Teilen der Öffentlichkeit ist dies gar nicht bewusst, weil im Alltag massenhaft gegen das heutige Urheberrecht verstoßen wird, ohne dass dies den Betreffenden bewusst ist. Ist es nicht Zeit für eine Novellierung des Urheberrechts mit dem Ziel der Vereinfachung insbesondere mit Blick auf die Nutzung historischer Fotografie? Der Referent sieht in den Medienarchivaren die prädestinierte Zielgruppe, eine solche Diskussion anzustoßen.




