Unterwegs mit Baby-Boomern und Digital Natives

Dr. G. Maier

Prof. G. Jakob
Unterwegs mit Baby-Boomern und Digital Natives
Die Digitalisierung hat den Archiven in den vergangenen Jahren eine rasante Entwicklung beschert. Verändertes Rezipientenverhalten, insbesondere bei den Jüngeren, Multikanalstrategien, Second Screens, Web 2.0 u. v. m. treffen nicht nur die Redaktionen, sondern schlagen bis in die Archive und Dokumentation durch. Mit dieser Entwicklung verschwimmen die Grenzen zwischen den verschiedenen medialen Bereichen wie Print, Hörfunk, Fernsehen, Internet und zwischen öffentlicher und privater Kommunikation mehr und mehr. Die daraus resultierenden strukturellen und inhaltlichen Veränderungen stellen an Führungskräfte und Mitarbeiter hohe Anforderungen: ein radikales Umdenken, die Entwicklung neuer Kompetenzen sowie die Innovation von Berufsbildern sind gefragt.
Bei einem Durchschnittsalter der Archivmitarbeiter in den öffentlich‐rechtlichen Rundfunkanstalten von ca. 48 Jahren ist der größte Teil der Belegschaft aktuell der Generation der Baby-Boomer zuzuordnen. Das wird auch noch eine Zeit so bleiben, wenn Sparzwänge und da‐ mit verbundene Einstellungsstopps weiterhin eine größere Vielfalt der Generationen verhindern. Im Klartext: die durch den Innovationsdruck erforderlichen Change-Prozesse bedeuten Change-Prozesse mit vielen Baby-Boomern und wenigen Vertretern der Generation Y und Z und mit jeweils eigenen Erfahrungshorizonten.
Change-Management hat die Aufgabe Risiken bei der Umsetzung von Change-Prozessen zu minimieren. Die Kernfrage ist: wo und wie müssen die Mitarbeiter, insbesondere die älteren Erfahrungsträger, abgeholt werden, damit sie auch nach dem Change erfolgreich arbeiten? Mitarbeiter in der zweiten Hälfte des Berufslebens sind oftmals wegen ihrer Erfahrung sehr wertvoll für Innovationen. Dennoch können für alternde Belegschaften einige Risiken nachgewiesen werden, deren Beachtung und Vermeidung durch entsprechendes Management für einen erfolgreichen Veränderungsprozess unerlässlich sind.
Der Kongressbeitrag beschreibt die in solchen Situationen auftretenden und konkret verbundenen Risiken und Handlungsfelder und zeigt anhand von Best-Practice-Beispielen, wie erfolgreiches Change-Management mit alternden Belegschaften gelingen kann.




