Automatische Videoanalyse zur Erschließung von historischen TV-Beständen – Problemstellungen und Lösungsansätze
Automatische Videoanalyse zur Erschließung von historischen TV-Beständen – Problemstellungen und Lösungsansätze
Forschungsrelevante Ergebnisse und auch Forschungsarbeiten zu Videomining in historischen Beständen gibt es nach derzeitigem Stand nahezu nicht. Das Deutsche Rundfunkarchiv am Standort Babelsberg als einzige Dokumentationsstelle, die das kulturelle Erbe des Hörfunks und des Fernsehens der ehemaligen DDR in seiner Gesamtheit sichert, erschließt und zugänglich macht, hat sich zusammen mit der Phillipps-Universität Marburg und der Ernst-Abbe-Hochschule Jena diesem Problem gestellt. Seit März 2013 werden Methoden der automatischen Videoanalyse realisiert, die der automatischen Erschließung von historischen Beständen des DDR-Fernsehens dienen. Diese Methoden umfassen eine zeitliche Segmentierung, Erkennung von eingeblendetem Text, Gesichtsdetektion, Personenerkennung, Ähnlichkeitssuche, sowie die Detektion von – teils für das DDR-Fernsehen spezifischen – inhaltlichen audiovisuellen Konzepten, die Voraussetzung für eine inhaltsbasierte Suche in dem Bestand sind. Der mit fast vier Jahrzehnten relativ lange Zeitraum, in dem das historische Material entstanden ist, stellt die automatischen Verfahren zur Inhaltsanalyse vor weitere Herausforderungen. Im Rahmen des Vortrags wird eine Software-Demo gezeigt, welche die ersten Ergebnisse und Möglichkeiten für eine konzeptbasierte Suche in historischen Materialbeständen zeigt. Thesen:
• Automatische Videoanalyse eröffnet neue Recherchemöglichkeiten für schlecht oder nicht erschlossene Bestände und unterstützt menschliche Such- und Entscheidungsprozesse.
• Automatische Videoanalyse wird die Expertise von Rechercheuren sowie Dokumentaren und das »Bauchgefühl« als wesentliche Entscheidungsgrundlage nicht ablösen.
• Automatische Videoanalyse erhöht die Effizienz und Qualität der Dienstleistung.
• Automatische Videoanalyse von Szeneninhalten erleichtert Suche nach der »Nadel im Heuhaufen«.




